Susanne Witte: Geschwister im Kontext von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung. Risikokonstellationen, Qualität der Geschwisterbeziehung und psychische Belastung

Susanne Margitta Witte hat in ihrer Dissertation die Herausforderung bewältigt, das gesellschaftlich äußerst sensible Thema der Kindeswohlgefährdung, das hinsichtlich von Geschwisterbeziehungen eher selten betrachtet wird, zum einen forscherisch zu bewältigen und zum anderen in einer systemisch-familiendynamischen Theoriebildung zu verorten. Die retrospektive Online-Befragung bei Erwachsenen und ihren Geschwistern, ein äußerst innovatives Forschungsdesign zur Erkundung von Dynamiken in sozialen Systemen, ist eine der ersten deutsch-sprachigen Studien zum Zusammenhang von Kindeswohlgefährdung und Geschwisterbeziehung.

Die Arbeit kann nicht nur innerhalb des systemischen Feldes als ein gewichtiger Beitrag bewertet werden, sondern wird auch außerhalb des engeren systemischen Diskurses zahlreiche Anschlüsse herstellen. Der Autorin ist es gelungen, systemische und familiendynamische Erkennt-nisse mit einer individualorientierten Perspektive zu verbinden. Zudem bietet die Arbeit wichtige praxisorientierte Ergebnisse für die sozial-pädagogische Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe sowie für die Kontexte des Kinderschutzes.

>> Kurzbeschreibung des Forschungsprojektes

Letzte Aktualisierung: 08.11.2018