Holocaust und Vernichtungskrieg. Zwei Genozide und der Umgang mit der deutschen Schuld.

27.03.2017 - 27.03.2017 | Vortrag

Veranstalter

Institut für systemische Studien e. V.

Veranstaltungsort

Hamburg
Neumünstersche Straße 14 20251 Hamburg

Veranstaltungsdetails

Art der Veranstaltung

Vortrag

Weiterbildungsnachweis

Veranstalterzertifikat

Themenstichwort

Kolloqium K 2017-1

Referent/-innen

Der Referent Hannes Heer, Jg. 1941, wurde nach dem Studium der Geschichte und Germanistik 1968 als prominenter 68er-Aktivist nicht zum Schuldienst zugelassen und hat in der Folge als Radioredakteur, Theaterdramaturg, Filmregisseur, Leiter der Wehrmachtsausstellung, Buchautor und zuletzt als Kurator der Ausstellung „Verstummte Stimmen“ gearbeitet, in der die Geschichte der Vertreibung meist jüdischer Künstler 1933 aus den deutschen Opernhäusern und Theatern erzählt wird. Die Fallstudie zu den Bayreuther Festspielen steht als Dauer- Installation seit 2015auf dem Festspielhügel in Bayreuth.

Beschreibung

Thema: Ausgangspunkt sind die 40 Millionen unschuldigen Opfer – Juden, Slawen, Sinti und Roma – die Nazideutschland 1945 hinterlassen hat. Wie die alliierten Sieger sprachen damals auch Solitäre wie Thomas Mann, Karl Jaspers, Hannah Arendt und Alexander Mitscherlich von einer „kollektiven“ Schuld und Mitschuld des deutschen Volkes. Aber die Mehrheit der West-Deutschen und deren Nachkriegsregierungen hatten sich für das Verleugnen oder Verschweigen der Verbrechen und für die Ausrede „Hitler war’s“ entschieden. Gegen diese Staatsdoktrin gewordene „Derealisierung“ hat sich ab Mitte der 1950er Jahre ein Prozess der Selbst- Aufklärung und Selbst-Aneignung der deutschen Schuld entwickelt – von unten und in Form von permanenten „Geschichtsskandalen“, z.B in Filmen und in der Wehrmachtsausstellung. In diesen Tabubrüchen erscheint die Nazizeit entgegen den offiziellen und privaten Legenden auch immer als „Familiengeschichte“. Das wird an literarischen Fallbeispielen, an der Praxis der transgenerationalen „Gefühls- Erbschaften“ und an einem Modell von Erinnern und Vergessen demonstriert, das von Friedrich Nietzsche ausgeht und mit einem kritischen Blick auf Aleida Assmann endet.

Ankündigungsdatei

K2017-1-Heer.pdf

Telefonnummer

+49 40 420 22 46

Link zu weiteren Informationen

http://www.systemischestudien.de/veranstaltungen/

Anmeldung über

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